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Dieselverbot in Innenstädten!?

| Allgemein | 28. Juli 2016

Mit der Einführung der blauen Plakette sollen alte Diesel-Autos aus den Innenstädten raus. Die Umsetzung der neuen Umweltplakette könnte schon bis zum Herbst 2016 erfolgen.

Nach Rot, Gelb und Grün kommt bald die blaue Plakette – das Bundesumweltministerium strebt nämlich eine Einigung über die Einführung der blauen Plakette für Diesel-Autos schon bis zum Herbst 2016 an. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir hoffen, dass wir im Herbst gemeinsam mit den Umwelt- und Verkehrsministern der Länder eine Verabredung zum weiteren Vorgehen treffen können." Die Verkehrsministerkonferenz habe zu diesem Thema bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Umweltminister der Länder hatten den Bund im April aufgefordert, die neue blaue Plakette für Dieselfahrzeuge einzuführen. Nur moderne Diesel-Autos, die keine großen Mengen gesundheitsschädlicher Stickoxide (NOx) ausstoßen, sollen diese Plakette erhalten. Diesel-Autos ohne blaue Plakette dürfen dann in besonders stark belasteten Gebieten nicht mehr fahren. Allerdings ist davon auszugehen, dass diese Zonen kleiner sein werden als die Umweltzonen, die schon jetzt für Autos ohne grüne Plakette gesperrt sind. "Wir brauchen eine Lösung für Innenstädte mit schlechter Luft", betonte Flasbarth. Sobald der Bund die gesetzlichen Grundlagen für die blaue Plakette geschaffen hat, können Kommunen, in denen Gebiete mit besonders hoher NOx-Belastung liegen, lokale Diesel-Fahrverbote erlassen – wenn sie das wollen.

Der größte Kritiker der blauen Plakette für Diesel-Autos kommt aus dem Verkehrsministerium. Minister Alexander Dobrindt wehrte sich bislang vehement gegen die blaue Plakette für Diesel-Autos: "Unser Ziel ist mehr Mobilität mit weniger Emissionen und nicht das Abschaffen der Mobilität." Geht es allerdings nach den Plänen des Bundesumweltministeriums, dann sollen ab 2017 alle Dieselfahrzeuge aus deutschen Innenstädten verbannt werden, die Abgasnorm Euro 6 nicht erfüllen können. Die übrigen Diesel werden dann mit einer neuen, blauen Umweltplakette gekennzeichnet, wie sie schon lange von verschiedenen Umweltverbänden gefordert wird. Auf Länderebene verspricht man sich dadurch vor allem eine Reduktion von Stickoxiden (NOx), die für Menschen schädlich sind und besonders die Schleimhäute angreifen. Mit der blauen Plakette für Diesel-Autos wäre gleichzeitig die Schaffung neuer Umweltzonen in den Innenstädten möglich. Der Haken? Bisher sind in Deutschland nur etwa 500.000 Diesel-Autos überhaupt dazu imstande, die blaue Plakette zu bekommen. Die restlichen 13 Millionen Diesel-Autos müssen sehen, wo sie bleiben. Denn nach jetzigem Kenntnisstand ist es wohl nahezu unmöglich, ältere Diesel-Motoren mittels Nachrüstung auf Euro-6-Niveau zu bringen. Die Einrichtung einer NOx-Abgasreinigung wäre mit ihren speziellen Katalysatoren und einer perfekt darauf abgestimmten Motorsteuerung ungleich komplizierter als der Einbau eines Rußpartikelfilters.

Quelle: autozeitung.de

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